ich war gestern bei den anonymen alkoholikern in altmünster. warum altmünster, weil mich dort ja keiner kennt… nein, nein, so wars natürlich nicht. unsere theatergruppe arbeitet grad an einem stück zum thema entwöhnte alkoholiker. wir haben einen auftrag von der eintrichtung goa bekommen, ein stück zu diesem thema zu entwickeln. goa ist ein heim für entwöhnte alkoholiker, damit diese wieder in den alltag finden und zwar ohne alkohol. diese einrichtung feiert dieses jahr im herbst zehnjähriges bestehen und anlässlich einer feier werden wir auch unser bis dahin hoffentlich fertig entwickeltes stück spielen. und damit wir ein möglichst authentisches stück zusammenbringen wurden wir freundlicherweise von der almünsterer anonymen alkoholiker gruppe eingeladen, um einmal zu erleben, wie das so ist bei einem meeting dabei zu sein.
es war sehr spannend und interessant und wir wurden als theatergruppe sehr nett aufgenommen. alle dort anwesenden waren sehr nett und aufgeschlossen und liesen uns an ihren gesprächen teilhaben. was ich nicht gewusst habe und was anfangs ich etwas eigenartig fand, war, dass die aa teilweise sehr religiös ausgerichtet sind, auch wenn man als teilnehmender praktisch von jeder konfession kommen kann. aber so haben sie zum beispiel über das thema glauben und beten gesprochen.
alle stellen sich mit ihrem vornamen und dem satz “ich bein alkoholiker” vor. und das machen sie jedesmal, bevor sie etwas sagen. klingt und ist etwas strange. das hat mich dann an amerikanische filme erinnert, wo selbsthilfegruppen ja auch so dargestellt sind. aber in realität ist das dann doch nicht so schlimm, finde ich.
die gruppe bestand aus lauter menschen, die alle, bis auf einen, schon vor längerer zeit einen entzug gemacht haben. und laut eigener beschreibung sind sie alle schon seit mehreren jahre trocken.